500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation

Ein Gastbeitrag von Pastor Jochen Grön Martin-Luther-Kirche in der Nordstadt- Hi

Liebe Geschwister im christlichen Glauben! In meiner alten Dorf-Kirchengemeinde im Kreis Celle, in der ich von2002-2013 tätig war, waren wir weitgehendunter uns – also unter Evangelischen. Katholiken/innen gab es dort nur sehr wenige. Dennoch haben wir den Weltgebetstag der Frauen und den Ökumenischen Kreuzweg der Jugend immer zusammen gefeiert. Auch der alljährliche Besuch der Sternsinger am Wienhäuser Pfarrhaus ist mir ans Herz gewachsen. Dennoch hat die Ökumene in Hildesheim eine ganz andere Qualität. Nicht nur die Welterbestätten Mariendom und Michaeliskirche sind ein großes Pfund. Nein, auch die vielen guten Beziehungen zwischen den beiden großen Konfessionen auf allen kirchlichen Ebenen sind ein Segen. Auch hier im Norden Hildesheims pflegen wir sie nach Kräften. In der Regel zweimal im Jahr feiern wir ökumenische Gottesdienste. Katholische Geschwister gehen in unserem Martin-Luther-Gemeindehaus in der Nordstadt ein und aus. Wer will da noch unterscheiden, wer welcher Konfession angehört? Natürlich ist es wichtig, bewusst katholisch oder bewusst evangelisch zu sein, aber die Betonung der Gemeinsamkeiten hat in allem Glauben und Tun Vorrang. Das genieße ich sehr. Auch die Diskussion um das Thema „Reformation“ und die damit verbundene Kirchenspaltung hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich entspannt. In der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre aus dem Jahr 1999 heißt es: „Wir bekennen gemeinsam, dass der Mensch im Blick auf sein Heil völlig auf die rettende Gnade Gottes angewiesen ist. (…) Das heißt, als Sünder steht er unter dem Gericht Gottes und ist unfähig, sich von sich aus Gott um Rettung zuzuwenden. Rechtfertigung geschieht allein aus Gnade.“ Jetzt stehen wir mitten im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“. Dazu gibt es etliche Veranstaltungen der evangelisch-lutherischen Kirche, die auch von den katholischen Geschwistern wahrgenommen werden: Am 11. März fand in der Michaeliskirche ein ökumenischer Gottesdienst „Healing of Memories“ statt. Es ging um die Heilung der Wunden und Missverständnisse der Vergangenheit. Ein starkes Zeichen! Und sicherlich ist der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg Ende Mai für alle Christen/innen ein Anziehungspunkt. Doch schauen wir auf Hildesheim: Vielleicht habe Sie Freude daran, die eine oder andere Jubiläumsveranstaltung hier vor Ort zu besuchen. Beispielsweise die Kinderkathedrale, die in der St-Lamberti-Kirche am Neustädter Markt ihre Pforten öffnet. Vom 16.9. bis zum 5.11. können Kinder an Kirchenführungen, Konzerten, Abendgebeten, Gottesdiensten und Theateraufführungen teilnehmen. In den Herbstferien ist ein umfangreiches Ferienprogramm geplant. Und auch für Erwachsene gibt es Angebote. Und natürlich ist auch in meiner Martin-Luther-Gemeinde Jubiläum. Besuchen Sie doch gern „5 o’clock –Tee und Bibel“: eine regelmäßige, lockere Bibellesestunde mit mir, die Predigtreihe „Verschüttetes wird gerettet und glänzt neu.“ von Pastor Hermes, die Ausstellung „110 Jahre kirchliches Leben in der Nordstadt“ oder das „Luther-Mahl“ unseres Fördervereins. Einen Überblick über die Jubiläumsveranstaltungen in und um Hildesheim finden Sie über diesen Link: www.hildesheim-kirche.de/hildesheim-sarstedt/termine-refo-jubi, die Angebote meiner Gemeinde unter www.martin-luther-kirche.de. Es grüßt Sie herzlich in guter ökumenischer Verbundenheit Ihr Jochen Grön Pastor Martin-Luther-Gemeinde Nordstadt und Drispenstedt.